Trotz herausfordernder Marktbedingungen entwickelt die EREMA Gruppe ihre Recyclingtechnologien konsequent weiter und bekennt sich zum Standort Österreich. Seit 1983 hat die Gruppe rund 9.200 Anlagen und Komponenten verkauft, mit denen weltweit jährlich über 26 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle recycelt werden können.
Ansfelden, 6. August 2026 – Mit einem profitablen Jahresergebnis trotzte die EREMA Gruppe im Geschäftsjahr 2025/26 dem schwierigen Marktumfeld. Um den Anteil an Rezyklaten in Kunststoffprodukten zu erhöhen, investiert das Familienunternehmen weiterhin in Forschung und Entwicklung. Angesichts des weltweit stark steigenden Kunststoffbedarfs erwartet die Unternehmensführung langfristig eine deutlich wachsende Nachfrage nach leistungsfähigen Recyclingtechnologien. Auch als Sekundärrohstoff gewinnt recycelter Kunststoff global zunehmend an Bedeutung.
Profitabel trotz Umsatzrückgang
Der Kunststoffrecyclingmarkt steht das dritte Jahr in Folge unter erheblichem Druck. Hohe Energiekosten, schwache Nachfrage nach Rezyklaten und der intensive internationale Wettbewerb belasten die Branche. Insbesondere für in Europa ansässige Unternehmen sei das eine Herausforderung, sagt Manfred Hackl, CEO der EREMA Gruppe: „Wir haben in Europa eine Kostenstruktur aufgebaut, die Industriebetriebe im internationalen Wettbewerb zunehmend benachteiligt.“
Auch die EREMA Gruppe bekam die Marktentwicklung zu spüren. Im letzten Geschäftsjahr, das Ende März endete, erzielte der Recyclingspezialist einen Umsatz von 235 Mio. Euro – ein Rückgang von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Viele Kunden verschieben ihre Investitionen. Das spüren wir unmittelbar“, so Horst Wolfsgruber, CFO der EREMA Gruppe. „Mich erfüllt es mit Stolz und Dankbarkeit, dass die EREMA Gruppe in diesem anspruchsvollen Marktumfeld das vergangene Geschäftsjahr profitabel abschließen konnte. Das verdanken wir unserer Struktur als stabiles Familienunternehmen, einer hohen Kostendisziplin und unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.“
Bedarf an Kunststoffen steigt global stark an
Als international tätiges Unternehmen kann die EREMA Gruppe die schwächelnde Nachfrage in Europa teilweise durch Aufträge in anderen Regionen abfedern. Dennoch bleibt Europa der stärkste Markt. „Hier ist Recycling traditionell zu Hause“, erklärt Manfred Hackl. Andere Regionen würden jedoch nachziehen: „Asien ist auf dem Vormarsch und auch Amerika nimmt – vorrangig beim Recycling von Produktionsabfällen – an Fahrt auf. Afrika liegt noch abgeschlagen auf dem vierten Platz, aber hier wird die Nachfrage nach Kunststoffen in den nächsten Jahren am deutlichsten steigen und damit auch der Bedarf an Recyclinglösungen.“
Insgesamt wird sich laut OECD[1] der weltweite Kunststoffbedarf von 460 Millionen Tonnen im Jahr 2019 auf 1,2 Milliarden Tonnen im Jahr 2060 verdreifachen. Soll ein größerer Anteil dieses Bedarfs künftig durch Rezyklate gedeckt werden, erfordert dies einen Ausbau der Recyclinginfrastruktur sowie Investitionen in hochwertige Recyclingtechnologie. Aktuell geht die OECD von einer Recyclingquote von lediglich 17 Prozent im Jahr 2060 aus.
Technologie ist bereit für Kunststoffrecycling
„Anders als häufig angenommen, funktioniert Kunststoffrecycling heute in vielen Anwendungen bereits erstaunlich gut“, so Hackl. „Die zentrale Frage der Zukunft ist, wie wir mehr und anspruchsvollere Materialströme in konstant hoher Qualität im Kreislauf halten können.“
Stark schwankende Eingangsmaterialien verlangen robuste Systeme. Entscheidend sind Filtration, Entgasung und ein tiefes Prozessverständnis. Genau hier liegen die Stärken der EREMA Gruppe. „Die hohe Dekontaminationsleistung unserer Recyclinganlagen sichert die Qualität, ihre Robustheit sorgt für konstanten Output. Zusätzlich halten energieeffiziente Lösungen die Betriebsausgaben unserer Kunden möglichst gering“, so Hackl.
Kreislaufwirtschaft entsteht schließlich, wenn Materialdesign, Sammlung, Sortierung, Wäsche und Extrusion zusammenpassen, und das Rezyklat später in neuen, gleichwertigen Produkten eingesetzt wird. Durch die Technologiepartnerschaft zwischen EREMA und Lindner Washtech erhalten Kunden eine integrierte Gesamtlösung vom sekundären Feedstock bis zum finalen Rezyklat. Durch die enge Verzahnung der Prozesse verbessern sich Qualität, Durchsatz und Wirtschaftlichkeit des gesamten Systems.
Auch neue Geschäftsfelder rücken zunehmend in den Fokus der EREMA Gruppe. Im Oktober 2025 beteiligte sich das Unternehmen an BlockTexx®. Der australische Pionier hat ein Verfahren entwickelt, das Polyester und Cellulose aus Mischgeweben trennt – ein wichtiger Schritt im Recycling von Textilien. Die PET-Faserindustrie ist dreimal so groß wie die PET-Flaschenindustrie. Die Recyclingquote für Polyester beträgt bisher nur rund ein Prozent.
Kunststoffrecycling als Teil einer modernen Rohstoffstrategie
Um den steigenden Kunststoffbedarf künftig stärker über Recycling zu decken, braucht es verlässliche Regeln, die Investitionen ermöglichen. Regulatorien, wie in der Europäischen Union die Verordnungen für Verpackungen (PPWR) oder Altfahrzeuge (ELV) setzen wichtige Impulse. „Entscheidend ist aber, dass die Regeln klar, verlässlich und europaweit harmonisiert umgesetzt werden“, so Hackl. „Ohne verlässliche Umsetzung wird nicht investiert. Wir brauchen ein einheitliches System, um Rezyklate attraktiver zu machen. Nur dann kann sich Recycling als Teil einer langfristigen Rohstoffstrategie etablieren.“
Auch wichtige Wachstumsregionen wie China oder Indien erkennen zunehmend die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für Rohstoffversorgung und Wettbewerbsfähigkeit. Beide Länder treiben den Ausbau ihrer Recyclingwirtschaft mit eigenen regulatorischen Vorgaben und Initiativen voran. Die EREMA Gruppe ist in diesen Märkten seit rund drei Jahrzehnten aktiv, gründete bereits 2001 eine eigene Niederlassung in Shanghai und eröffnete im Februar 2026 gemeinsam mit Lindner Washtech EREMA India. Weitere Niederlassungen befinden sich in Nordamerika, Südafrika und Thailand.
Mit ihrer internationalen Präsenz und kontinuierlichen Investitionen sieht sich die EREMA Gruppe gut positioniert, um von diesem Wachstum zu profitieren. „Kunststoffrecycling ist und bleibt für uns ein klarer Zukunftsmarkt“, betont Hackl. „Die Lösungen der EREMA Gruppe tragen maßgeblich dazu bei, weltweit eine nachhaltigere Nutzung von Kunststoff zu ermöglichen und Rohstoffe im Kreislauf zu halten.“

Manfred Hackl, CEO der EREMA Gruppe, prüft den Austrag des Schmelzefilters einer INTAREMA® Anlage. Mit leistungsfähiger Recyclingtechnologie und kontinuierlicher Forschung und Entwicklung sieht sich die EREMA Gruppe für die nächste Wachstumsphase des Kunststoffrecyclings gut gerüstet.

Manfred Hackl (CEO) und Horst Wolfsgruber (CFO) führen die EREMA Gruppe durch ein herausforderndes Marktumfeld. Trotz rückläufiger Investitionen in der Kunststoffrecyclingbranche schloss das Familienunternehmen das Geschäftsjahr 2025/26 profitabel ab.

Die EREMA Gruppe lädt regelmäßig internationale Gäste an den Standort in Ansfelden/Linz in Österreich ein, um neue Lösungen für das Recycling von Kunststoffen zu demonstrieren und anwendungsnahes Know-how zu vermitteln.

Bilderquelle: EREMA Group